Stillförderung Schweiz

Stillen am Arbeitsplatz

Das schweizerische Arbeitsgesetz sowie die dazugehörenden Verordnungen enthalten explizite Vorschriften zum Schutz von stillenden Müttern am Arbeitsplatz.

Entlöhnte Stillpausen


Stillenden Müttern sind die für das Stillen oder für das Abpumpen von Milch erforderlichen Zeiten freizugeben. Davon wird im ersten Lebensjahr des Kindes als bezahlte Arbeitszeit angerechnet:


Diese Zeiten können je nach den physiologischen Bedürfnissen des Kindes am Stück oder verteilt bezogen werden.


Es handelt sich bei diesen Bestimmungen nur um Mindestzeiten, die an die bezahlte Arbeitszeit anzurechnen sind. Sollte das Kind aus physiologischen Gründen längere Stillzeiten benötigen, darf die stillende Mutter der Arbeit auch länger fernbleiben (siehe auch Artikel 35a ArG). Die benötigte Zeit, die über die festgelegten Minima hinausgeht, wird ohne anderslautende Abmachung zwischen dem Arbeitgeber und der betroffenen Arbeitnehmerin nicht als bezahlte Arbeitszeit angerechnet. Eine solche Abmachung kann auch eine Reduktion der täglichen Arbeitszeit vorsehen.


Die Arbeitnehmerin verfügt unabhängig davon, ob sie im Betrieb stillt oder den Arbeitsplatz zum Stillen verlässt, über dieselbe bezahlte Stillzeit. Verlässt sie den Arbeitsplatz zum Stillen, ist für den Weg keine Verlängerung der bezahlten Stillzeit vorgesehen. Anderslautende Abmachungen zwischen dem Arbeitgeber und der betroffenen Arbeitnehmerin sind jedoch möglich.


Die Arbeitnehmerin verfügt unabhängig davon, ob sie im Betrieb stillt oder den Arbeitsplatz zum Stillen verlässt, über dieselbe bezahlte Stillzeit.


Diese Bestimmung gilt auch für Frauen, die ihre Milch abpumpen.


(Der Arbeitgeber kann eine Stillbestätigung verlangen.)


Ausnahmen vom Geltungsbereich des Arbeitsgesetzes:


Fragen zu rechtlichen Situationen

Viele wiederkehrende rechtliche Fragen zum Thema Stillen und Arbeit sind als FAQs (Frequently Asked Questions, häufige Fragen) aufgearbeitet.

Ist Ihre Frage nicht beantwortet oder benötigen Sie eine Rechtsberatung? Wir unterstützen Sie gerne dabei. Melden Sie sich unter contact@stillfoerderung.ch.

Checkliste für wiedereinsteigende Mütter
Weiterstillen und wieder in den Berufsalltag einsteigen? Mit dieser Schritt für Schritt Anleitung zur Vorbereitung der Wiederaufnahme der Arbeit nach dem Mutterschaftsurlaub gelingt es.
(übersetzt mit finanzieller Unterstützung durch migesplus.ch - Gesundheitsinformationen in mehreren Sprachen)

Zusammenfassung Rechte als stillende Mutter laut Arbeitsgesetz

Facts für den Arbeitgeber  
Damit die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der Stillzeit möglich wird, ist gegenseitiges Verständnis und Anpassungsfähigkeit von Arbeitgeber und Mitarbeiterin gefragt. Das Stillen oder Abpumpen von Muttermilch klappt umso besser, wenn am Arbeitsplatz eine hohe Akzeptanz und eine angepasste Infrastruktur vorhanden sind. 
Checkliste für das Stillzimmer  
Laut Gesetz (Art. 34 ArGV3) muss der Arbeitgeber einen geeigneten Raum zum Stillen oder Abpumpen zur Verfügung stellen. Die Anforderungen an diesen Raum sind auf dieser Checkliste zusammengestellt. 

weitere Informationen


Pflichten der Arbeitgeber, die vom Arbeitsgesetz und seinen Verordnungen vorgeschrieben sind:

Der Bundesrat hat per 1. Juni 2014 die Revision der Verordnung 1 zum Arbeitsgesetz (ArGV 1) in Kraft gesetzt und gleichzeitig beschlossen, das Übereinkommen Nr. 183 der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) über den Mutterschutz zu ratifizieren. Die revidierte Verordnung sieht das Prinzip der entlöhnten Stillzeiten vor.
Mit der Revision wurden die rechtlichen Bestimmungen zur Entlöhnung von Stillpausen während der Arbeitszeit einheitlich geregelt.

Stillförderung Schweiz will sich in den kommenden Jahren verstärkt dafür einsetzen, Betriebe und Unternehmen zu motivieren, geeignete Infrastrukturen zur Verfügung zu stellen, damit möglichst viele Frauen die Möglichkeit haben, Stillen und Arbeiten zu verbinden.
Gerne beraten wir Unternehmen bei der Umsetzung. Kontaktieren Sie uns !



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